Redon Ismaili
beantwortet diese Woche die Fragen im WN-Vereins-Domino.
Über Jahrzehnte war der «Hirschen» ein fixer Bestandteil der Region. 34 Jahre lang führten Ruedi Grob und seine Frau den Betrieb.
Lange war unklar, wie es mit dem «Hirschen» in Gloten weitergeht. Nun ist entschieden: Die Liegenschaft wird verkauft. Ein Restaurant wird es an diesem Standort definitiv nicht mehr geben.
«Jetzt geht etwas», sagt Ruedi Grob beim Besuch der «Wiler Nachrichten» am Dienstag vor Ort. Per 31. März übergibt er die Schlüssel. Die Liegenschaft ist verkauft, nachdem sie zuvor aufgeteilt wurde: Der «Hirschen» selbst geht an eine private Käuferschaft, die künftig Büros, Wohnungen und Geschäftsräume realisieren will. Auf der zweiten Parzelle wird weiterhin der Verkauf und die Vermietung von Wohnmobilen und Autos betrieben. Auch diese Parzelle wird verkauft.
Keine Gastronomie mehr
Mit der Aufteilung ist auch eine zentrale Frage geklärt: Eine Rückkehr der Gastronomie wird es nicht geben. «Das ist definitiv», betont Grob. Ausschlaggebend war unter anderem die Parkplatzsituation. «Hätten wir das Restaurant weitergeführt, hätte es zu wenig Parkplätze gehabt.» Auch
ein angedachter Take-away-Betrieb kam nicht infrage – zu gross die Gefahr, dass sich die Nutzung der getrennten Parzellen überschneidet. Für Familie Grob endet damit ein Lebensabschnitt. 34 Jahre lang führten er und seine Frau Cäcilia den «Hirschen», nachdem sie zuvor bereits sieben Jahre im «Ochsen» in Flawil gewirtet hatten. Insgesamt blicken sie auf über vier Jahrzehnte Gastronomie zurück. «Wir haben immer sehr gerne gewirtet, es war eine tolle Zeit», schwärmt Grob. Der «Hirschen» in Gloten hat auch eine familiäre Geschichte: Seit 1937 ist die Liegenschaft im Zentrum in Familienbesitz, Grob und seine Frau führten den Betrieb in dritter Generation. Eigentlich war vorgesehen, das Geschäft weiterzugeben. Doch die Tochter, ausgebildete Köchin, musste den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. «Das hat alles verändert», so Grob. Ein Versuch mit Mietern scheiterte, der Betrieb ging in Konkurs – ein Rückschlag, den Grob heute als abgeschlossen betrachtet. «Das ist abgehakt.» Stattdessen richtet sich der Blick des Gastronomen nach vorne: Die neuen Nutzungen bringen Gewerbe, Büros und einen Showroom unter anderem im Bereich Wärmepumpen, weiss Grob.
Wil West sorgte für Verzögerung
Auch die Unsicherheit rund um das Projekt Wil West spielte eine entscheidende Rolle. Über Jahre hinweg erschwerte die unklare Entwicklung Investitionen und sorgte für Zurückhaltung bei möglichen Käufern. «Das hatte eine Hebelwirkung bis zur Bank», erklärt Ruedi Grob. Zwar sei das Interesse am «Hirschen» stets gross gewesen, doch konkrete Abschlüsse blieben aus. «Wir hatten rund 50 potenzielle Interessenten, die den ‹Hirschen› übernehmen wollten», sagt Grob. Viele von ihnen hätten das Projekt jedoch finanziell nicht stemmen können, nicht zuletzt wegen der unsicheren Rahmenbedingungen rund um Wil West. Banken hätten sich zurückhaltend gezeigt, solange die Zukunft des Gebiets offen war. Erst mit der jüngsten Klärung und dem Ja an der Urne habe sich die Situation spürbar entspannt. «Dann hat sich der Knoten gelöst», so Grob.
Inventar sucht neue Besitzer
Parallel zu den Verkaufsverhandlungen hat Ruedi Grob in den letzten Wochen auch im Innern des «Hirschen» aufgeräumt: Das Inventar wurde ausgeräumt und in eine Scheune verlagert. Ein Teil davon steht nun laut dem Gastronomen zum Verkauf, von Küchengeräten bis hin zu Mobiliar. Interessierte können sich direkt beim Glotener unter der Telefonnummer 079 285 27 87. melden. Laut Grob soll es in den nächsten Wochen auch einen grossen offiziellen Ausverkauf geben.
Die letzte Wurst ist gewurstet
Auch persönlich zieht Ruedi Grob einen Schlussstrich. Mit 72 Jahren sei der Zeitpunkt gekommen, loszulassen. Besonders bewegend war für den Glotener der Abschied von der eigenen Metzgerei im Untergeschoss des «Hirschen». «Vor genau einem Monat habe ich zum letzten Mal gewurstet», erzählt er. Heute lebt Ruedi Grob mit seiner Frau Cäcilia nur
wenige Schritte entfernt in
einer Eigentumswohnung. Der «Hirschen» bleibt zwar nah, gehört aber der Vergangenheit an. «Jetzt können wir abschliessen», so Grob, der anfügt: «Die ganze Familie Grob bedankt sich für die vielen tollen Stunden mit ihren Gästen und bei allen Angestellten, die uns über die Jahre immer unterstützt haben.»
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