Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Martin Hug auf seinem Dreirad beim Biken in der Kiesgrube Tobel-Tägerschen.
Egal ob über Kies, enge Waldwege oder durch den Matsch – das Mountainbiken lässt sich Martin Hug, der im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen ist, nicht nehmen. Und so ist er auch in diesem Jahr wieder beim Biken in der Kiesgrube dabei.
Mountainbike Wenn Martin Hug mit seinem dreirädrigen Bike auftaucht, drehen sich nicht selten die Köpfe, wie er sagt. «Die Sitzposition ist ungewohnt, und man sieht auf den ersten Blick, dass mein Velo etwas anders ist», bemerkt der Gemeinderat aus Amlikon-Bissegg mit einem Schmunzeln. Was viele nicht wissen: Hug fährt ein spezialangefertigtes geländetaugliches Handbike – nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Einschränkung. Seit einem Gleitschirmunfall ist er auf den Rollstuhl angewiesen, doch das Biken hat ihn nie losgelassen. «Früher war ich auf dem Rennvelo unterwegs – heute ist es das Handbike. Meine Leidenschaft für den Radsport habe ich nie verloren.»
Besonders gern fährt Hug mit seiner Familie – Frau und Kinder sind oft mit dabei. «Es ist nicht immer einfach, die beiden Söhne zu motivieren. Aber wenn wir erst mal unterwegs sind, haben sie grossen Spass.» Für Hug ist Velofahren mehr als ein Hobby: Es hält ihn fit, tut der Umwelt gut – und ist oft praktischer als das Auto. «Von meinem Wohnort nach Tobel-Tägerschen bin ich mit dem Bike schneller als mit dem Auto. Ich muss nichts verladen – und ehrlich gesagt: Heute nehmen viele auch für kürzeste Strecken das Auto. Dabei sammelt man mit dem Velo Eindrücke und Begegnungen, die man beim Autofahren nie hätte.»
Dieses Jahr wird Hug bereits zum vierten Mal am Biken in der Kiesgrube in Tobel-Tägerschen teilnehmen. «Ich finde es grossartig, dass man die Kiesgrube zur Verfügung stellt. Gerade für Kinder ist es toll, so den Spass an der Bewegung zu entdecken», freut er sich. In den vergangenen Jahren war die Strecke so angelegt, dass auch sein dreirädriges Bike mit dem grösseren Einschlag gut über den Parcours kam. «Ich kann nicht jede Kurve nehmen und enge Passagen unter 80 Zentimetern Breite sind für mich schwierig – da brauche ich Hilfe oder muss ausweichen. Aber erstaunlich vieles funktioniert.» Besonders angetan hatten es ihm die eingebauten Wippen und Geländewellen. «Das ist megalässig.» Neben dem sportlichen Aspekt schätzt Hug aber auch den persönlichen Austausch. «Es ist schön, dort Gleichgesinnte zu treffen», so der Gemeinderat.
Vom 19. Juli bis 2. August steht die Kiesgrube in Tobel-Tägerschen für alle Mountainbiker offen, täglich von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 21 Uhr – kostenlos und für jedes Alter. Am ersten Samstag erst am Nachmittag und am letzten Samstag nur bis Mittag. Der Anlass wird vom Verein Biker vom Lauchetal organisiert.
jms
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