Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Einer Spendenaktion verdankt es Familie Bösch, dass sie ein behindertengerechtes Auto für ihren dreijährigen Sohn Ivar kaufen konnte – ein grosser Schritt zu mehr Freiheit und Lebensqualität.
Bazenheid Ungeduldig wartet der dreijährige Ivar Bösch in seinem Rollstuhl, bis sein neuer elektrischer Sitz vollständig ausgefahren ist. «Er liebt es, mit dem Auto zu fahren», sagt Melanie Bösch lächelnd und hebt ihren Sohn aus dem Rollstuhl in den neuen Autositz.
Der Dreijährige hatte keinen leichten Start ins Leben. Nachdem Ivar und sein Zwillingsbruder Odin 14 Wochen zu früh zur Welt kamen, erlitt er eine Hirnblutung und einen Herzstillstand. Seitdem ist Ivar auf einen Rollstuhl, ein Tracheostoma und eine Magensonde angewiesen. Am 14. März startete die dreifache Mutter eine Spendenaktion auf der Plattform «gofundme» (WN vom 20. März). Das Ziel: ein grösseres Auto, um Ivar und seine Brüder Odin und Ragnar sicher von A nach B zu bringen. «Beim VW T7 Multivan lässt sich ein spezieller Drehstuhl für Ivars Rollstuhl einbauen», erklärt Melanie Bösch.
«Nach der Aufschaltung der Spendenaktion dauerte es keine Woche und wir hatten 82’000 Franken gesammelt», ist Bösch noch heute überwältigt. «Die erste Auszahlung erfolgte bereits am 21. März.» Genau zum richtigen Zeitpunkt, erinnert sich die 38-Jährige: «Nur drei Tage später gab unser Auto endgültig den Geist auf.» Dank der Hilfe von Melanies Bruder Benjamin, der in einer Autowerkstatt arbeitet, konnte die Familie bereits eine Woche später den neuen T7 in Empfang nehmen.
Bis der geplante Umbau des Multivans erfolgen konnte, vergingen noch gut drei Monate. «Am 30. Juni wurde ein elektrischer Drehstuhl für Ivar eingebaut», freut sich die dreifache Mutter. «Der Transfer vom Rollstuhl ins Auto ist nun viel angenehmer und für Ivar sogar schmerzfrei», betont Bösch. «Nun können wir auf die Autobahn fahren, ohne Angst zu haben, jeden Moment liegen zu bleiben», ist sie erleichtert. Die ganze Familie fühle sich sicher und habe auch bedeutend mehr Platz im neuen Auto. «Es ist alles viel einfacher», freut sie sich.
Auch nach der Spendenaktion erfuhr die Familie Bösch viele Reaktionen und Solidarität: «Aus der unmittelbaren Nachbarschaft wurden wir auch nach der Erreichung des Spendenziels unterstützt», ist Melanie Bösch noch immer gerührt. «Unsere zwölfjährige Nichte backte Cookies und verkaufte sie, um Ivar zu unterstützen», verrät sie. Auch Motorradclubs sammelten Geld und schenkten dem Dreijährigen eine Halskette mit dem Hammer des Donnergotts Thor, erzählt Bösch. «Die Unterstützung hat uns tief berührt – noch heute sind wir sprachlos», betont Melanie Bösch.
«Das übrige Geld heben wir auf einem separaten Sparkonto auf», verrät Bösch. Was sie mit dem Betrag genau machen will, weiss die Familie noch nicht. «Die Gruppe ‹dubistkostbar.ch› setzt sich für das Thema der Inklusion von behinderten Kindern ein. Bei ihnen möchte ich mich auf jeden Fall noch melden», verrät die dreifache Mutter.
Von Dominique Thomi
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