Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Sanja Targiroff ist 24 Jahre alt und Geschäftsführer der Targiroff Moto-Center AG.
Die Targiroff Moto-Center AG ist ein Familienbetrieb, der seit der Gründung im Jahr 1991 Motorräder verkauft. Zudem führt das Team Reparaturen, Servicearbeiten und Umbauten an sämtlichen japanischen Motorrädern durch. Das Unternehmen arbeitete über 30 Jahre lang mit der Marke Honda zusammen, durfte aber vor einigen Monaten als Suzuki-Vertretung neu in die Töff-Saison 2026 starten.
Kirchberg Sanja Targiroff, welche Termine stehen heute in Ihrer Agenda?
Heute stehen die Planung und Koordination der Werkstattaufträge, Kundengespräche, Fahrzeugübergaben, das Beantworten von E-Mails sowie verschiedene administrative Aufgaben auf dem Plan. Daneben bin ich auch selbst noch regelmässig in der Werkstatt anzutreffen.
Was bedeutet Führung für Sie und was zeichnet Ihren Führungsstil aus?
Führung bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen und als Vorbild voranzugehen. Als junger Unternehmer ist mir ein offener, ehrlicher und respektvoller Umgang besonders wichtig. Ich schätze kurze Entscheidungswege und den direkten Austausch mit meinem Team.
Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitern besonders wichtig?
Vertrauen, gegenseitiger Respekt und Teamgeist. Jeder soll seine Stärken einbringen können und wissen, dass seine Arbeit geschätzt wird. Nur gemeinsam können wir unseren Kunden den Service bieten, den sie erwarten und verdienen.
Wo fallen Ihnen die besten Ideen ein?
Oft bei praktischen Arbeiten in der Werkstatt oder unterwegs. Mit etwas Abstand vom Arbeitsalltag entstehen häufig die besten Lösungen.
Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Ihrer Firma und in Ihrem Privatleben?
Nachhaltigkeit bedeutet für mich, langfristig zu denken. Dazu gehören hochwertige Reparaturen, ein bewusster Umgang mit Ressourcen und Investitionen, die auch in Zukunft sinnvoll sind.
Was nervt Sie am meisten?
Wenn Versprechen nicht eingehalten werden oder Probleme unnötig hinausgezögert werden. Ich schätze Menschen, die Verantwortung übernehmen und Lösungen suchen.
Womit langweilt man Sie am meisten?
Mit Stillstand. Ich mag es, Neues auszuprobieren, Prozesse zu verbessern und mich ständig weiterzuentwickeln.
Was soll man später einmal von Ihnen sagen?
Dass ich unseren Familienbetrieb mit Leidenschaft weitergeführt sowie erfolgreich weiterentwickelt und dabei die Werte bewahrt habe, die ihn über Jahre hinweg ausgemacht haben.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich mit auf den Weg geben?
Hab Vertrauen in dich selbst und nutze Chancen, auch wenn sie anfänglich (zu) gross erscheinen mögen. Man wächst mit seinen Aufgaben und lernt aus jeder Herausforderung.
Welche Benefits gibt es bei Ihnen im Betrieb?
Wir bieten einen gut ausgerüsteten Betrieb mit an die Saison angepassten Arbeitszeiten, fünf Wochen Ferien sowie ein Gratifikationssystem am Ende des Jahres. Ebenfalls gibt es Fahrzeuge und Ersatzteile für Mitarbeitende zu Spezialkonditionen. Selbstverständlich darf die Werkstatt mitsamt der gesamten Einrichtung – nach Absprache – auch in der Freizeit für die eigenen Motorräder von den Mitarbeitenden genutzt werden. Zudem haben wir kürzlich neue T-Shirts produzieren lassen, die sowohl bei unseren Kunden als auch im Team äusserst gut ankommen.
Was tun Sie gegen den Fachkräftemangel?
Wir bilden einen Lernenden zum Motorradmechaniker aus, um aktiv für Nachwuchs in unserer Branche zu sorgen. Die Förderung junger Fachkräfte ist aus meiner Sicht ein wichtiger Teil der Lösung gegen den Fachkräftemangel.
Wie bekommen Sie Beruf und Privatleben unter einen Hut?
Das ist als junger Unternehmer nicht immer einfach. Umso wichtiger ist es, bewusst Zeit für Freunde und Hobbys einzuplanen, damit die Balance stimmt.
Haben Sie eine Viertagewoche schon einmal in Betracht gezogen? Was spricht dafür oder dagegen?
Nein, aktuell ist das für unseren Betrieb kein Thema. Wir legen grossen Wert darauf, von Dienstag bis Samstag für unsere Kunden erreichbar zu sein. Als kleiner Familienbetrieb mit wenigen Mitarbeitenden wäre eine Viertagewoche organisatorisch schwierig umzusetzen, ohne Abstriche beim Kundenservice machen zu müssen.
Welches war die schwierigste Entscheidung, die Sie in Ihrer Karriere treffen mussten, und wie haben Sie sie bewältigt?
Die Übernahme unseres Familienbetriebs in diesem Jahr ist die bedeutendste Entscheidung meines bisherigen Berufslebens. Es ist mir bewusst, dass dies mit viel Verantwortung verbunden ist – gegenüber den Mitarbeitenden, den Kunden und der Historie des Unternehmens.
Wer soll als nächster Kandidat diese Fragen beantworten und warum wählen Sie diese Person aus?
Ich nominiere Peter Gmür. Er führt in Mosnang ein Spritzwerk mit Carrosserie-Werkstatt. Unser Partner, wenn es um hochwertige Motorrad-Lackierungen geht.
pd/mib
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