Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Noch bis zum 24. Januar sind die Kindergartenkinder der Schuleinheit Kirchstrasse bei dem Pilotprojekt «Ich kann das, ich gehe zu Fuss» dabei und versuchen, ihren Schulweg zu Fuss zu meistern. Das soll den Kindergartenkindern nicht nur mehr Selbstvertrauen vermitteln, sondern auch die Verkehrssicherheit fördern.
Uzwil/Niederuzwil «Ich kann mich noch gut an all die Gespräche erinnern, die ich mit meinen Freundinnen auf dem Schulweg führte», erinnert sich Christine Haas, Schulleiterin der Primarschule Kirchstrasse in Uzwil. Die Verbundenheit mit der Natur und die Zusammengehörigkeit mit den Gspänli sind nur einige der Gründe, weshalb sie sich entschloss, an der Kampagne «Ich kann das, ich gehe zu Fuss» des Kantons St.Gallen teilzunehmen: «Wenn Kindergartenkinder den Weg zu Fuss zurücklegen können, stärkt das auch ihr Selbstwertgefühl. Das Thema ist mir sehr wichtig, deshalb habe ich mich sofort gemeldet, als ich die E-Mail vom Kanton erhielt.» Noch bis morgen, weiss Haas, läuft die Kampagne für die Kindergärtler an der Kirchstrasse in Niederuzwil.
Die Verkehrssituation vor der Primarschule Kirchstrasse ist nicht ungefährlich: «Wir haben mehrere Inseln, wegen denen die Autos schlecht kreuzen können. Wenn dann auch noch zahlreiche Elterntaxis auf der Strasse stehen, ergibt das eine gefährliche Mischung. Zusätzlich gibt es auch noch Kinder, die zu Fuss unterwegs sind, was die Situation noch verschärft.» Bezüglich der heutzutage weit verbreiteten Elterntaxis hat Christine Haas eine klare Haltung: «Das Bringen und Holen mit dem Auto ist aus meiner Sicht nicht sicherer. Ausserdem bin ich der Meinung, dass die Selbstständigkeit der Kinder gefördert werden muss.» In den sozialen Medien und in Elternforen wird diese Meinung oft nicht geteilt. Es sei gefährlich, da Kinder auf dem Schulweg immer wieder von Fremden in fahrenden Autos angesprochen würden. «Je mehr Kinder gemeinsam unterwegs sind», so die Schulleiterin, «desto weniger ergeben sich solche Situationen. Es ist die Realität, wir können die Kinder nicht immer vor allem beschützen. Es ist unsere Aufgabe, sie richtig darauf vorzubereiten.»
Die seit dem 13. Januar laufende Kampagne «Ich kann das, ich gehe zu Fuss» setzt genau bei der Aufklärung an. «Wir motivieren die Kinder spielerisch, ihren Schulweg zu Fuss zu gehen», so die Schulleiterin. Dies, so ist sie sich sicher, habe auch eine positive Auswirkung auf die Eltern, einmal weniger das Taxi zu spielen. «Für jeden Tag, an dem ein Kind seinen Weg zu Fuss zurücklegt», erklärt Haas, «erhält es einen goldenen Sticker. Zusätzlich führen die Lehrpersonen mit den Kleinen Diskussionen darüber, was man tun sollte und was lieber nicht.» Auch das Thema Sichtbarkeit wird in den Fokus gerückt: «Alle Kinder erhalten zusätzlich zu ihrem Kindsgistreifen eine Leuchtweste und sie können auch eine reflektierende Mütze tragen.» Um den Kindergartenkindern die Sichtbarkeit noch besser vor Augen zu führen, weiss die Schulleiterin, würden die Kinder auch mit Taschenlampen testen, wie sie in der Dunkelheit sichtbar sind. «Sie lernen, wie es ganz ohne reflektierende Kleidung ist und wo der Unterschied zwischen Leuchtweste und Streifen liegt», sagt sie. Neben den Lehrpersonen werden die Kinder auch von der Polizei geschult. «Am Ende der Kampagne darf ich zusammen mit der Polizei Medaillen an die Kinder verteilen», freut sich Christine Haas.
Die Kampagne ist ausschliesslich für Kinder im Kindergarten gedacht, doch die Schulleiterin sieht noch mehr Potenzial: «Auch in der Primar- und der Oberstufe ist der Schulweg zu Fuss ein wichtiges Thema. Ich werde innerhalb der Kirchstrasse dieses Thema auf jeden Fall weiterverfolgen und die Erfahrungen der Kampagne sollen uns dabei helfen.» Dieses Vorhaben der Schulleiterin wird bereits in die Tat umgesetzt. So kann es sein, dass man vor dem Schulhaus einer Klasse von Primarschülern begegnet, die gerade die Verhaltensregeln auf dem Schulweg diskutiert. «Es macht mich stolz, dass das Konzept bereits so gut umgesetzt wird.»
Von Dominique Thomi
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