Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Die 27-jährige Jennifer Stuker bildet in der Löwenapotheke in Wil Lernende aus.
Die Wirtschaft Region Wil (wrw) zeichnet Lernende aus der Region mit besonderen Leistungen aus. Diesen Herbst geht der «TopLehrling-Wettbewerb» in die nächste Runde. Was braucht es, für eine erfolgreiche Lehre? Jennifer Stuker, Ausbildnerin aus dem Betrieb der letztjährigen Gewinnerin, gibt Auskunft.
Wil Die Pharmaassistentin Jennifer Stuker hat 2019 ihre Lehre abgeschlossen. Heute bildet die 27-Jährige an ihrem Arbeitsbetrieb, der Löwenapotheke in Wil, selbst Lernende aus. Daneben ist sie Prüfungsexpertin und Apothekenberaterin im Bereich Ausbildungen. «Ich hatte selbst eine sehr tolle Berufsbildnerin in meiner Lehre. Mir war es deshalb wichtig, das weiterzugeben, damit andere Lernende davon profitieren können», begründet Stuker. Sie weiss, was eine erfolgreiche Lehre ausmacht.
Jennifer Stuker, welche sind die wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Lehrabschluss?
Ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Die Lernenden müssen sich trauen, Fragen zu stellen. Sie müssen genügend Eigeninitiative mitbringen. Aus dem Ausbildungsbetrieb müssen sie gutes Feedback erhalten. Dazu gehört auch Kritik, die so formuliert ist, dass man daraus lernen kann.
Was macht einen guten Ausbildungsbetrieb aus?
Wichtig ist es, dass den Lernenden Vertrauen geschenkt und Kompetenz zugesprochen werden. Sie müssen sehen, dass ihr Potenzial erkannt wird. Gleichzeitig soll sich das Arbeitsumfeld genügend Zeit für die Lernenden nehmen und ihre Fragen klären.
Kann eine Lehre erfolgreich sein, wenn der Ausbildungsbetrieb keine guten Lehrverhältnisse bietet?
Man hört leider immer noch von Betrieben, die sich nicht genügend Zeit nehmen für ihre Lernenden und sie nur als billige Arbeitskräfte sehen. Da kann die Selbstkompetenz eines Lernenden noch so hoch sein, schlussendlich ist der Lehrbetrieb entscheidend. Diesen Aspekt sollten angehende Lernende bei der Lehrstellensuche im Kopf haben.
Was macht eine gute Berufsbildnerin aus?
Man braucht Empathie, um sich in die Lernenden hineinzufühlen, und natürlich auch eine hohe fachliche Kompetenz.
Inwiefern spielt der Umgang mit Fehlern eine Rolle?
Das ist ein grosses Thema. Fehler sind wichtig, denn daraus lernen wir. Es ist wichtig, den Lernenden zu zeigen, dass Fehler nichts Schlechtes sind, sondern vielmehr Teil des Lernprozesses.
Wie finden Sie die Balance zwischen Fordern und Fördern?
Hier spielt Empathie eine grosse Rolle, um zu spüren, wie viel man einem Lernenden zutrauen kann. Gleichzeitig sind Herausforderungen wichtig, um das positive Selbstbild zu stärken und Erfolgserlebnisse zu erzielen. Am wichtigsten ist es, die Lernenden möglichst früh mit verschiedenen Situationen in der Praxis bekannt zu machen. Nur die Theorie zu erklären, bringt – gerade in unserem Job – wenig.
Was ist für Sie als Berufsbildnerin ein Erfolgserlebnis?
Zu sehen, wie Lernende sich von Woche zu Woche weiterentwickeln und immer kompetenter und selbstsicherer werden. Dann weiss ich, ich habe etwas richtig gemacht. Das grösste Kompliment sind positive Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden. Das sorgt bei den Lernenden, aber auch bei langjährigen Mitarbeitenden für einen Motivationsschub.
Was bedeutet die Auszeichnung zum «TopLehrling» für die Lernenden – und was für den Ausbildungsbetrieb?
Es wirft natürlich ein gutes Licht auf uns als Ausbildungsbetrieb. Es ist eine Bestätigung dafür, dass wir einen sehr guten Ausbildungsstandard haben. Für die Lernenden ist eine solche Auszeichnung sehr motivierend. Wenn sie dazu noch einen tollen Preis abstauben können, ist die Freude für die Lernenden wie auch für uns als Ausbildnerinnen umso grösser. Deshalb haben wir auch unsere diesjährige Absolventin am «TopLehrling»-Wettbewerb angemeldet.
Linda Bachmann
Eine Anmeldung am «TopLehrling-Wettbewerb» ist bis am 31. August möglich. Teilnahme-berechtigt sind sämtliche Lehrabschlussgängerinnen und -gänger EFZ, die eine Gesamtnote ab 5.0 haben und im Einzugsgebiet der Wirtschaft Region Wil (wrw) wohnen beziehungsweise deren Arbeitgeber Mitglied in einem regionalen Verband ist. Weitere Informationen online unter: www.toplehrling.ch
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