Redon Ismaili
beantwortet diese Woche die Fragen im WN-Vereins-Domino.
Philipp Brühwilers Leidenschaft für Eishockey färbte auf seine Frau Mirjam ab. Die
34-jährige Kindergartenlehrerin vereinte es mit ihrer Passion für Bilderbücher und schrieb für ihre hockeybegeisterten Söhne selbst eines. ⋌lin
Eishockey ist die Passion der fünfköpfigen Famile Brühwiler aus Wallenwil. Als Mirjam Brühwiler ihren Söhnen vor zwei Jahren ein Bilderbuch über ihr Hobby zu Weihnachten schenken wollte, fand Sie keines in den Buchhandlungen. Sie beschloss kurzerhand, selbst eines zu schreiben.
Wil/Wallenwil «Ich habe Bilder-bücher schon immer geliebt», sagt Mirjam Brühwiler. Dies sei mitunter einer der Gründe gewesen, weshalb die 34-Jährige eine Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Pädagogischen Hochschule absolviert hatte. Auch in ihrer Bachelorarbeit hat sie sich mit Bilderbüchern für Kinder auseinandergesetzt. Als Mirjam Brühwiler vor zehn Jahren ihren Mann Philipp Brühwiler kennenlernte, kam zu ihrer Passion des Geschichtenerzählens eine sportliche Leidenschaft hinzu: das Eishockey.
Philipp Brühwiler verbringt fürs Leben gerne Zeit auf dem Eis. Aktuell spielt er in der zweiten Mannschaft des EC Wil. «Früher hat mich Eishockey überhaupt nicht interessiert», gibt Mirjam Brühwiler zu. «Doch dann habe ich mich verliebt.» Seitdem verbringt sie einen grossen Teil ihrer Freizeit in der Eishalle oder, im Sommer, in der Inline-Halle. Die Begeisterung für ihr gemeinsames Hobby hat das
Paar auch an seine gemeinsamen Söhne weitergegeben: Zwei ihrer drei Jungs besuchen die Hockeyschule, der Jüngste liegt noch im Kinderwagen.
Vor zwei Jahren wollte die damals zweifache Mutter ihren Söhnen zu Weihnachten ein Bilderbuch mit einer Eishockeygeschichte schenken. «Ich stellte fest, dass es keine passenden Bücher für meine Jungs gibt – nicht für Kleinkinder und vor allem nicht auf Deutsch», so Mirjam Brühwiler. Also habe sie begonnen, selbst erfundene Geschichten zu erzählen. «Mein Mann sagte irgendwann: ‹Mach doch selbst ein Buch›». Nach anfänglichen Bedenken und Motivation durch ihren Ehemann hat Brühwiler schliesslich mit den ersten Skizzen begonnen.
«Eine der grössten Herausforderungen im Illustrationsprozess war die Arbeit mit dem Adobe Illustrator», erinnert sich Mirjam Brühwiler. Um aus den rohen Skizzen fertige Bilder zu erstellen, hat sie elf Monate gebraucht. Das Kreativprogramm hat sie sich selbst mit YouTube-Videos beigebracht. «Ich habe vor allem dann am Buch gearbeitet, wenn die Kinder im Bett und mein Mann im Training waren», so die Kindergärtnerin. Im Januar vor einem Jahr begann dann die Suche nach einem geeigneten Verlag. Schnell war klar: Das ist ein zähes Unterfangen. Manche Verlage hätten sehr lange auf eine Antwort warten lassen, so Brühwiler.
Durch Zufall sei sie dann auf den «Ochsi Kids Club» gestossen. Ein Angebot für Kinder, welches den Einstieg in die Welt des Eishockeys vereinfacht. «Der Club hat zum Ziel, Kindern die Welt des Eishockeys näherzubringen. Sie haben die Idee meines Bilderbuches sofort unterstützt», freut sich die 34-Jährige. Mit dem Club an ihrer Seite, traute sich Brühwiler schliesslich, das Buch im Selbstverlag drucken zu lassen. 230 Exemplare hat das Ehepaar bestellt. Innerhalb eines Monats waren knapp hundert Bücher bereits verkauft. «Ich wollte zuerst nur hundert Bücher bestellen, um kein grosses Risiko einzugehen», so Mirjam Brühwiler. «Zum Glück hat mein Mann mich mit seiner optimistischen Haltung überzeugt.»
Dass ihr Buch «Die Suche nach dem Eis im Herzen» so gut ankommt, freut Mirjam Brühwiler umso mehr. Auch ihre wichtigsten Kritiker, ihre beiden Söhne, habe sie mit der Geschichte überzeugen können. «Die Handlung ist frei erfunden», verrät die Autorin. Das Buch enthalte aber kleine Details, welche von ihrer Familie inspiriert seien. So finde sich zum Beispiel das durchlöcherte Paar Socken ihres Mannes auf einer der Seiten wieder. Der Titel des Buches sei ausserdem von einer Aussage ihres Sohnes inspiriert. «Wir standen bei einem Spiel der U11 auf der Zuschauertribüne, als mein
ältester Sohn sagte: ‹Mami, weisch, ich han halt scho Iis im Herz›.» In dem Buch gehe es aber nicht nur um Eishockey, betont Mirjam Brühwiler. «Es geht darum mit seinen Kindern innezuhalten und sich damit zu beschäftigen, was ihre Wünsche und Träume sind.»
Die Kindergärtnerin ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit. Die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, ein weiteres Buch-Projekt zu starten, bejaht sie – allerdings nur unter einer Bedingung: «Nicht mehr im Selbstverlag.» Das Risiko und der Aufwand seien wesentlich grösser als mit einem Verlag im Rücken. «Neben der Familie und anderen Verpflichtungen würde ich das nicht nochmal machen», sagt Mirjam Brühwiler abschliessend.
Linda Bachmann
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