Ramon Gschwend
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In der Gemeinde Uzwil ist der Schulraum knapp. Nach dem Scheitern des Neubauprojekts Schulhaus «Sonnmatt» arbeitete die Gemeinde an einem Plan B: Die Erweiterung mehrerer bestehender Schulanlagen. Das Alternativprojekt wurde an der Bürgerversammlung am Montagabend wieder begraben.
Uzwil Die Stühle im Uzwiler Gemeindesaal waren am Montagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Einige Bürgerinnen und Bürger mussten sich mit Stehplätzen am Rand des Raumes zufriedengeben. 646 Uzwilerinnen und Uzwiler haben sich an der ausserordentlichen Bürgerversammlung eingefunden, um über einen Planungskredit für das Alternativprojekt zum Schulhausneubau «Sonnmatt» abzustimmen. Das Bild der überdurchschnittlich gut besuchten Veranstaltung an der Sonnenhügelstrasse macht deutlich: Das Interesse der Bevölkerung am bereits lange diskutierten Schulraumthema ist nach wie vor gross.
Um den dringend benötigten Schulraum in Uzwil zu schaffen, schlug der Gemeinderat ursprünglich vor, das Schulhaus Uze für die Primarschule zu nutzen und ein neues Oberstufen-Schulhaus Sonnmatt mit einer Dreifachturnhalle zu bauen. Die Bürgerversammlung sprach im November 2023 dafür einen Projektierungskredit – trotzdem scheiterte der Baukredit im Februar 2025 knapp. Auf die Forderungen der Bevölkerung nach mehr Transparenz und einer Alternativlösung erarbeitete die Gemeinde einen Plan B: Statt dem Bau eines einzelnen grossen Schulhauses sollten die bestehenden Schulanlagen Neuhof, Herrenhof und Schöntal gleichzeitig erweitert werden. Wie mit dem Neubau würde so Platz für 21 weitere Schulklassen geschaffen. Zusätzlich hätten drei Einfachturnhallen gebaut werden müssen. Erste Machbarkeitsstudien lagen vor, um die Planung voranzutreiben, wäre allerdings eine grössere Investition notwendig gewesen. Die Uzwiler Bevölkerung konnte am Montagabend entscheiden, ob die Gemeinde 2,1 Millionen Franken in den Plan B investieren und das Projekt weiterentwickeln soll.
Nach der Begrüssung von Gemeindepräsident Lucas Keel informierte die Schulpräsidentin Marion Harzenmoser über die Entwicklungen der Schülerzahlen sowie die Vor- und Nachteile des Alternativprojekts. Plan B sei zwar grundsätzlich machbar, aber deshalb nicht automatisch sinnvoll, betonte sie. Die Gemeinde hat den Raumplaner und Landschaftsarchitekten Stephan Schubert mit einer Kosteneinschätzung der beiden Varianten beauftragt. Laut dem Experten für Schulraumkosten ist das Sonnmatt-Projekt effizient geplant. «Mehrere kleine Bausteine sind grundsätzlich teurer als ein grosser», betont er. Der geplante Schulhausneubau in Uzwil sei im Vergleich zu ähnlichen Projekten auf der günstigen Seite.
In der nachfolgenden Diskussion meldeten sich einige Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Thema waren unter anderem der Ortsbildschutz, die Kosten und der Unterhalt bestehender Schulhäuser sowie die Baustellensicherheit bei den bestehenden Schulanlagen. Auch die Unterrichtsqualität in Provisorien, Parkplätze beim Seniorenzentrum, die Zukunft des Kindergartens Sonnenhügel und mögliche Nutzungen von zusätzlichem oder frei werdendem Schulraum beim Sinken der Geburtenrate wurden thematisiert. Lucas Keel und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde beantworteten die Fragen der Bevölkerung.
Bei der anschliessenden Abstimmung lehnten die Uzwilerinnen und Uzwiler, den Kredit für die weitere Planung des Plan B ab und begruben somit das Alternativprojekt. Die Bevölkerung wird nun erneut über den Kredit für die Sonnmatt-Variante abstimmen.
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