Lukas Tribelhorn
verrät, wie es nach der Niederlage von «Wil will wohnen» weitergeht.
Die Velostation am Wiler Bahnhof wurde am Montag eröffnet. Ab sofort kann die unterirdische Zweiradanlage direkt neben dem Gleis 1 genutzt werden – allerdings noch mit einigen Einschränkungen.
Wil Die Zweiradabstellanlage im Untergeschoss des Perronimogebäudes ist nach vier Jahren Bauzeit nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Vertreter der Stadt, der Architekten, der Bauherrschaft und der Arealbesitzerin haben am Montag durch die Anlage geführt. Aktuell stehen 175 Veloabstellplätze, eine Fläche für Spezialvelos wie Cargobikes und eine Pumpstation zur Verfügung. Auch 52 Schliessfächer, Stromanschlüsse für E-Bikes und zwei Toiletten sind kostenlos nutzbar. Neben der Parkgarage im Osten des Gebäudes ist Platz für 21 Mofas und Motorräder. Die Kapazität soll schrittweise ausgebaut werden – bis zu 900 Veloabstellplätze sind in der Anlage möglich.
Die Velostation an der Bahnnhofstrasse 1 bis 11 ist rund um die Uhr zugänglich. Die Toiletten sind von 5.30 bis 23.30 Uhr geöffnet. Das seien die SBB-üblichen Betriebszeiten, erklärte Co-Leiter Hochbau, Makro Sauer. Ausserdem sollen durch eine Schliessung über Nacht unerwünschte Personen ferngehalten werden. Für zusätzliche Sicherheit wird die gesamte Velostation durchgehend videoüberwacht. Zudem wurde ein Notrufsystem installiert. Die Betreiberin der Anlage, die Wiler Parkhaus AG (WIPA), garantiert einen 24/7-Pikettdienst. Auch wenn Videoüberwachung ein umstrittenes Thema sei, so Thomas Wipf, Geschäftsführer der WIPA, handle es sich seiner Erfahrung nach um eine wirksame Präventionsmassnahme – auch gegen Vandalismus. «Wir haben Ruhe in unseren Parkhäusern, seit wir alles flächendeckend überwachen», betont er.
Erreichbar sind die Veloabstellplätze über drei Zugänge: über eine Schieberampe in der Mitte des Gebäudes oder über einen Lift für Cargobikes an der Südseite des Perronimogebäudes bei Gleis 1. Der Hauptzugang liegt an der Westseite des Grundstücks bei der Personenunterführung nahe des Avecshops. Dort steht trotz Eröffnung der Velostation noch immer ein Baugerüst – dieser Zugang ist noch ein Provisorium. Die definitive Rampe soll gemäss Mitteilung der Stadt Wil zu einem späteren Zeitpunkt im
Rahmen des Projekts «Veloquerung Posttunnel» erstellt werden. Für die Veloabstellanlage hatte das Wiler Parlament 2021 einen Kredit von 4,2 Millionen Franken bewilligt. Der Ausbau des Posttunnels, welcher eine Erweiterung der Rampe erfordert, ist ein separates Projekt. Bericht und Antrag werden gemäss Manuel Nick, Vorsteher des Departements Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) Ende 2026 dem Parlament vorgelegt. Falls das Projekt nicht durchgewunken werde, so Nick, müsste eine neue Vorlage ausgearbeitet werden.
Wann die Wilerinnen und Wiler die Hauptrampe fahrend statt schiebend passieren können, ist also noch unklar. Wesentlich schneller wird wohl die Eröffnung des Angebots «Velocity» sein: Ein abschliessbarer Bereich mit weiteren Veloplätzen, für dessen Nutzung ein Zugangsabonnement erforderlich ist. Die Anlage ist schon bereit, vor der Betriebnahme muss das Parlament allerdings noch das Reglement sowie die Tarife verabschieden. Dann soll das Angebot voraussichtlich ab diesem Sommer verfügbar sein.
Linda Bachmann
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