Lukas Tribelhorn
verrät, wie es nach der Niederlage von «Wil will wohnen» weitergeht.
Für ihre Abschlussarbeit in der Oberstufe begann Lia Fanconi nachhaltige Taschen zu nähen. Die 15-jährige Züberwangenerin erzählt, welche Aspekte ihres Projektes die herausforderndsten waren.
Züberwangen Nachhaltigkeit liegt der Schülerin Lia Fanconi am Herzen. Auch in ihrer Abschlussarbeit am Oberstufenzentrum Sproochbrugg durfte der Umweltaspekt nicht fehlen. Aus ihrer ursprünglichen Idee, eine eigene Schultasche zu nähen, entstand so ein Secondhand-Projekt: Die 15-Jährige näht aus alten Stoffen neue Taschen.
«Nachhaltigkeit bedeutet für mich, bewusst mit Ressourcen umzugehen und seinen Teil zum Umweltschutz beizutragen», beschreibt Lia Fanconi. Deshalb finde sie die Idee, aus Altem Neues zu machen, so toll. Mit ihrer Marke «R3:BAG» möchte die 15-Jährige ein weiteres Zeichen setzen: «Jede Tasche ist ein Statement – gegen die Wegwerfgesellschaft und für einen bewussten Konsum», betont sie. «R3» stehe dabei für die englischen Begriffe recycling, reduced und reused. «Also für alles, was mit Nachhaltigkeit zu tun hat», so Fanconi. Nachhaltigkeit, die zwar der Umwelt zugutekommt, aber die Geduld der Schülerin auf eine harte Probe gestellt hat.
«Nachhaltig zu produzieren, klingt erstmal logisch und richtig – aber ich habe dann ziemlich schnell gemerkt, dass es doch komplizierter und aufwendiger ist als gedacht», gibt Lia Fanconi zu. In einem ersten Schritt sei es schwierig gewesen, geeignete Stoffe zu finden. Die Züberwangenerin habe unzählige Brockenhäuser durchforstet, um für den Zweck genügend robuste Stoffe zu finden. Nutzen könne sie neben Stoffresten auch Vorhänge oder Decken. Um zu einer Tasche verarbeitet zu werden, müssen Farbe und Struktur der Stoffe aufeinander abgestimmt sein. «Die Planung und das Design müssen sich an das Material anpassen, nicht umgekehrt», erklärt die Schülerin. Aber nicht nur die Suche nach dem geeigneten Material, sondern auch die Produktion stellte sie vor Herausforderungen.
«Die grösste Herausforderung war wirklich, ruhig zu bleiben, wenn die Nähmaschine mal wieder ihren eigenen Kopf hatte», so Lia Fanconi. Die Grundkenntnisse im Nähen aus dem Handarbeitsunterricht hätten ihr nur bedingt geholfen. Und in ihrer Freizeit habe die Schülerin lieber Fussball gespielt, als vor der Nähmaschine zu sitzen. «Bei uns im Haushalt war sie nie das beliebteste Gerät. Ich musste mir mithilfe von YouTube-Tutorials vieles selbst beibringen», verrät die 15-Jährige. So habe sie nicht nur das Nähhandwerk, sondern auch sich selbst besser kennengelernt.
Lia Fanconis Geduld mit der Nähmaschine hat sich gelohnt: Ihre Abschlussarbeit wurde mit der Höchstnote 6 bewertet und erreichte bei der Prämierung aller Arbeiten insgesamt den zweiten Rang. Noch mehr freut sich die Züberwangenerin aber über die vielen positiven Feedbacks, die sie für ihre Taschen erhalten hat. Mittlerweile hat sie eine Website erstellt, auf der sie ihre handgemachten Produkte verkauft. Aktuell sind alle Modelle ausverkauft, doch Fanconi hat sich vorgenommen, sich nach den Sommerferien wieder an die Nähmaschine zu setzen. «Ich starte bald mit der Fachmittelschule. Mein Ziel ist es, dass ich weiterhin Zeit finde, Taschen zu nähen, und mir so ein kleines zusätzliches Taschengeld verdienen kann.»
Linda Bachmann
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