Lukas Tribelhorn
verrät, wie es nach der Niederlage von «Wil will wohnen» weitergeht.
In dieser Zusammensetzung gibt es den Wiler Stadtrat nur noch bis Mitte August (v.l.): Manuel Nick, Andreas Breitenmoser,
Hans Mäder, Cornelia Kunz und Jigme Shitsetsang. Wer nimmt danach den Platz in der Mitte ein?⋌lin
Stadtpräsident Hans Mäder gab vergangene Woche überraschend seinen Rücktritt bekannt. Wer übernimmt die Geschicke der Äbtestadt per16. August? Aus dem Stadtrat kristallisieren sich die ersten Anwärter heraus.
Wil «Man muss nicht alles selbst zu Ende führen», sagte Hans Mäder letzte Woche im Interview mit dieser Zeitung. Darin gab er einen Einblick in die Beweggründe für seinen vorzeitigen Amtsabtritt als Stadtpräsident. Per 16. August dieses Jahres übergibt er das Präsidium an seine Nachfolge. Wer das sein wird, das dürfen die Wilerinnen und Wiler abschliessend bestimmen. Der erste Wahlgang findet am 14. Juni statt. In den kommenden Tagen und Wochen werden sich Anwärterinnen und Anwärter aus verschiedenen Parteilagern mobilisieren. Die WN haben sich im Stadtrat nach den Ambitionen umgehört: Zwei der vier Stadträte werden kandidieren.
Linda Bachmann
Werden Sie für das Stadtpräsidium der Stadt Wil kandidieren?
Nein, ich werde nicht fürs Stadtpräsidium kandidieren.
Was sind die ausschlaggebenden Gründe für Ihren Verzicht?
Die aktuelle Aufgabe als Stadtrat und Departementsvorsteher Bau, Umwelt und Verkehr macht mir Freude und ich möchte nach der Phase der Einarbeit gerne hier wirken können. Bauprojekte sind meist langfristig und ein Wechsel nach eineinhalb Jahren im Amt ist für mich keine Option.
Wen sehen Sie zukünftig im Stadtpräsidium von Wil?
Diese Frage darf das Stimmvolk beantworten.
Welche Eigenschaften muss der zukünftige Stadtpräsident oder die Stadtpräsidentin mitbringen?
Sie oder Er muss vermitteln, zwischen Bevölkerung und Politik, zwischen Parlament und Stadtrat. Ebenfalls erwarte ich eine umsichtige Führung und eine konstruktive Zusammenarbeit im Gremium Stadtrat. Wichtig ist sicher ein offener Kommunikationsstil, um die verschiedenen (Gross-)Projekte und Geschäfte aber auch notwendigen Sparmassnahmen, die in nächster Zeit anstehen, gut vertreten zu können.
Welche Herausforderungen warten auf das zukünftige Stadtpräsidium?
Unseren städtischen Finanzhaushalt zu stabilisieren wird eine wichtige Aufgabe sein. Ebenfalls müssen wir weiter in unsere Stadt investieren, damit wir Wil als attraktiven Lebens-und Wirtschaftsraum stärken können. Das erfordert das richtige Setzen von Prioritäten.
Werden Sie für das Stadtpräsidium der Stadt Wil kandidieren?
Mit dieser Frage habe ich mich intensiv auseinandergesetzt und mich nun entschieden, für das Amt des Stadtpräsidenten zu kandidieren.
Weshalb haben Sie sich für eine Kandidatur entschieden?
Wil liegt mir sehr am Herzen. Deshalb möchte ich nun als Steuermann für die Stadt Verantwortung übernehmen, mit klarem Kurs und gleichzeitig offenem Ohr für die Bevölkerung und ihre Anliegen.
Was zeichnet Sie für das Amt aus?
Ich bringe langjährige Führungserfahrung, Kompetenz in Politik und Beruf sowie eine verbindende Art mit. Ich suche Lösungen statt Schlagzeilen, höre zu und treffe klare Entscheidungen. Zudem verfüge ich über ein starkes Netzwerk in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, das für die wirksame Ausübung des Präsidiums zentral ist.
Hans Mäder hat das Amt über mehr als fünf Jahre geprägt. Was würden Sie bewusst anders machen – und was weiterführen?
Hans Mäder hat das Amt engagiert geprägt und wichtige Projekte angestossen. Die strategische Ausrichtung der Stadtentwicklung, die konstruktive Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Region sowie die partizipative Einbindung der Bevölkerung würde ich weiterführen. Mehr Gewicht würde ich bei der Priorisierung von Projekten und finanzielle Nachhaltigkeit legen, sodass wir ambitioniert bleiben, aber verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen.
Was würde eine Wahl für Ihr aktuelles Departement bedeuten?
Die Schlüsselpositionen und Projekte meines Departements sind stabil aufgestellt, sodass Kontinuität gesichert ist. Mir ist wichtig, dass die Schulraumplanung sorgfältig weitergeführt wird. Gleichzeitig würde ich als Stadtpräsident die Gesamtverantwortung übernehmen und die Stadt als Ganzes im Blick behalten.
Werden Sie für das Stadtpräsidium der Stadt Wil kandidieren?
Nein.
Was sind die ausschlaggebenden Gründe für Ihren Verzicht?
Einerseits ist der Zeitpunkt unpassend, andererseits habe ich mich im Departement gut eingearbeitet, eine wertschätzende Beziehung zu den Mitarbeitenden aufgebaut und es warten hier spannende Aufgaben auf mich. Als Drittes gibt mir das Teilzeitpensum die Möglichkeit, meinen familiären Verpflichtungen zumindest teilweise nachzukommen, was beim Umfang des Präsidiums schwieriger wäre.
Welche Eigenschaften muss der zukünftige Stadtpräsident oder die Stadtpräsidentin mitbringen?
Die Aufgabe des Präsidiums sehe ich zweigeteilt. Auf der einen Seite gilt es, die Stadt als Ganzes weiterzuentwickeln, wobei die dafür nötigen Ressourcen nicht ausser Acht gelassen werden dürfen. Auf der anderen Seite führt die Präsidentin oder der Präsident mit den Finanzen und der Verwaltung sowie den Diensten, der Integration und der Kultur zwei für das Zusammenspiel der gesamten Stadtverwaltung relevante Bereiche, diese Führungsaufgabe muss ebenfalls wahrgenommen werden. Einer geeigneten Person gelingt es. sich im Dreiecksverhältnis zwischen Visionärin oder Visionär, Führungspersönlichkeit und Managerin oder Manager optimal zu positionieren.
Welche Herausforderungen warten auf das zukünftige Stadtpräsidium?
Die Herausforderungen sind hinlänglich bekannt: Es stehen grosse Entwicklungen (Ortsplanung, Bahnhofplatz, Schulraum/-entwicklung, uvm.) an, bei gleichzeitig limitierten Mitteln. Hier gilt es weiterhin alle Entscheide sorgfältig abzuwägen, damit Mehrheiten geschaffen und konstruktive, mehrheitsfähige sowie zukunftsgerichtete Lösungen möglich werden.
Werden Sie für das Stadtpräsidium der Stadt Wil kandidieren?
Ja, ich kann mir eine Kandidatur für das Stadtpräsidium gut vorstellen. Wil liegt mir am Herzen und ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft unserer Stadt aktiv mitzugestalten. Kandidieren werde ich jedoch nur bei einer Nominierung durch meine Partei Die Mitte Wil. Die Gespräche laufen und den Entscheid der Mitgliederversammlung werde ich respektieren.
Weshalb haben Sie sich für eine Kandidatur entschieden?
Wil steht vor wichtigen Weichenstellungen in den Bereichen Finanzen, Infrastruktur, Energie und Stadtentwicklung. Als amtierender Vizestadtpräsident kenne ich die Verantwortung dieses Amtes aus nächster Nähe und habe im Stadtrat an zentralen Entscheidungen mitgewirkt und Projekte angestossen. Was zeichnet Sie für das Amt aus? Ich stehe für eine verlässliche und lösungsorientierte Führung. Als urbaner Mittepolitiker suche ich den Dialog mit unterschiedlichen Generationen und politischen Positionen. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung braucht es Integrationskraft und den Willen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Hans Mäder hat das Amt über mehr als fünf Jahre geprägt. Was würden Sie bewusst anders machen – und was weiterführen?
Hans Mäder hat das Präsidium in anspruchsvollen Zeiten geführt und Stabilität gewährleistet. Dafür habe ich grossen Respekt. Bewährtes gilt es weiterzuführen. Gleichzeitig möchte ich klare Prioritäten setzen und Vorhaben konsequent umsetzen, damit Wil auch künftig attraktiv und lebenswert bleibt.
Was würde eine Wahl für Ihr aktuelles Departement bedeuten?
Bei einer Wahl würde ich mein Departement abgeben. Das würde ich bedauern, da mir die angestossenen Projekte sehr wichtig sind.
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